Das Rennen um die begehrtesten Behausungen hat begonnen. Es ist eine neue Heimat für Vögel, Hornissen, Wildbienen und Insekten in der Streuobstwiese entstanden.
Das Hofgut Ritterbrunnen ist ein idyllisches Fleckchen Natur im Kanton Thurgau, in der Nähe des Bodensees. Seit kurzem erfreuen sich dort fleißige Arbeiter an einer neuen Attraktion: zehn Vogelhäuschen sind in der Streuobstwiese installiert worden, die als neue Nistplätze für Vögel dienen. Die kleinen Holzhäuschen laden zum beobachten der Vögel ein und dienen dem Erhalt und der Förderung einer größeren Biodiversität. Das Erlebnis Natur wird durch die Ansiedlung neuer Singvögel bereichert. Der Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt wird geschützt und die Vögel können ihren Nachwuchs sicher aufwachsen sehen.

Bereits die natürlichen Nistplätze in der Streuobstwiese, wie Bäume mit hohem Totholzanteil oder Spechtlöchern, sind für die Vögel eine Heimat. Zahlreiche Insekten, Hornissen und Vögel können hier wohnen.

Streuobstwiesen stellen eine jahrhundertealte Form der Bodennutzung dar. Unsere Streuobstwiese wird extensiv bewirtschaftet fördert den Artenreichtum und ist aus Sicht des Naturschutzes besonders wertvoll.
Unter Streuobst sind Bestände hochstämmiger, robuster und wenig mit pflegebedürftiger Obstbäume gemeint. Auf unserer Streuobstwiese finden sich Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume. Auch wurde vor kurzem eine Edelkastanie und mehrere Walnussbäume gepflanzt. Das Obst bereichert den Speisezettel und kann in Form von Dörrobst extrem haltbar gemacht werden. Das ganze ohne Zusatz irgendwelcher Chemikalien. Streuobstwiesen zählen mit mehr als 5000 Tier-und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa.

Alte Bäume, die weniger Früchte oder gar kein Obst mehr tragen haben immer noch eine wichtige Funktion, da sie durch ihren höheren Anteil an Totholz vielen Insektenarten Unterschlupf und Lebensraum bieten. Kleinere Baumgruppen und die extensiv genutzte Wiese muss weder gedüngt noch mit chemischen Mitteln behandelt werden. Lediglich ein-bis zweimal im Jahr muss gemäht oder abgeweidet werden. Die Streuobstwiese kann vielfältig genutzt werden. Aus den auf gesammelten Äpfeln kann Most hergestellt werden. Möchte man die Äpfel bzw. die Apfelringe konservieren eignet sich die natürliche Methode des Dörrens hervorragend. Wird der Dörrofen mit Fotovoltaik oder mit Sonne betrieben kann die Produktion CO2-neutral erfolgen. Auf dem Hofgut Rittbrunnen wird eine solche CO2-neutrale Produktion in den nächsten Jahren installiert werden. Morsche Obstbäume bilden recht häufig Höhlen aus. Vögel finden darin Nistplätze und sicheren Unterschlupf. Sie sind in der Nahrungskette empfindliche Bio Indikatoren für die Veränderungen in der Umwelt. Üblicherweise findet man auf Streuobstwiesen ungewöhnlich hohe Brutdichten.

Zu den Vogelarten, die man am häufigsten auf einer Streuobstwiese findet, gehören Amseln, Drosseln, Elstern, Stare Kohl-und Blau-Weißen, Kleiber, Rotkehlchen, Sinn drosseln, Grünfinken, Rauch-und Haussperlinge, Kiebitze, Turmfalken, Wacholderdrosseln, Sumpf Meisel, Habicht und Turmfalken. Über den Hofgut Rittbrunnen kreisen häufig 3-5 Rote Milane. Ebenfalls sind Störche immer wieder auf den frisch gepflügten Feldern anzutreffen.